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Die Projekte


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Grieskai 74 Bauplanke

Clio Makkabi

Graz ist eine vergessliche Sportstadt: Zwar erinnert man sich daran, dass die beiden Fußball-Vereine Sturm Graz und GAK zwischen 1998 und 2004 dreimal den Titel des österreichischen Meisters gewonnen haben und auch dass in Graz seit 1994 alljährlich im Herbst das größte Laufevent der Steiermark, der Graz-Marathon, stattfindet.

Doch vergessen ist, dass sich Sport nicht immer in Kategorien der Eventkultur bewegt, sondern den ideologischen und politischen Bedingungen der jeweiligen Zeit unterworfen ist. Und so wurde in Graz auch vergessen, was sich vor 100 Jahren abgespielt hat: Deutschnationale Turner und Sportler, die sich auf „Turnvater“ Jahn beriefen, haben Ende des 19. Jahrhunderts den „Arierparagraphen“ in ihren Vereinen eingeführt und damit Jüdinnen und Juden aus diesen ausgeschlossen. Als Reaktion auf den erstarkenden Antisemitismus und als Antwort auf den Ausschluss gründeten Grazer Juden 1904 den jüdischen Turnverein Makkabi. Nach dem Ersten Weltkrieg stellte Makkabi seine Tätigkeit ein und es wurde im Jahr 1919 der Sportverein Hakoah (d. h. Kraft) ins Leben gerufen. Die Hakoah war in Graz neben dem GAK der zweite große Allround-Sportverein, der mit einer starken Leichtathletik sowie Fußball-Sektion beachtliche Erfolge auch gegen die beiden großen Klubs, GAK und Sturm Graz, erzielte. Darüber hinaus war sie ein bedeutendes Sammelbecken für die Grazer Jüdinnen und Juden.

Mit dem „Anschluss“ Österreichs an das Deutsche Reich im März 1938 begann die Verfolgung der Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten. Jüdinnen und Juden waren davon nicht nur als Individuen betroffen, sondern die nationalsozialistischen Machthaber zerstörten und beraubten auch die sportlichen, kulturellen und religiösen Vereinigungen. Mit dem März 1938 musste somit der größte jüdische Verein von Graz, der Sportverein Hakoah, seine Tätigkeit einstellen. Das bescheidene Vereinsvermögen wurde geraubt, die Vereinsmitglieder verfolgt, vertrieben und einige von ihnen ermordet.


Teilnehmer: Clio Makkabi


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